Die australische Luftfahrtbehörde hat einen vorläufigen Untersuchungsbericht zu diesem Vorfall (Spiegelartikel) veröffentlicht. Als Folge fiel unter anderem auch das komplette Instrumentenlandesystem aus und die Piloten sind nach Sichtflugregeln gelandet. Die Explosion im Rumpf wurde durch einen defekten Sauerstofftank verursacht. Die genaue Ursache für die Explosion steht jedoch noch nicht fest. Der Jumbo soll nach der Reparatur wieder in den Linienbetrieb gehen.
Der Untersuchungsbericht kann hier heruntergeladen werden. Auch ein Blick in dieses PDF-Dokument ist empfehlenswert: ausführliche Darstellung anhand von Skizzen und Bildern & dazugehöriger Text.
Ein Frachtflugzeug vom Typ Boeing B747-209F/SCD der Kalita Air ist gestern nach einem Startabruch auf einem Flughafen nahe bei Brüssel auseinanderbrochen. Die fünfköpige Crew konnte das Flugzeug unverletzt verlassen. Das Flugzeug ist wohl ein Totalverlust:
Die Auslieferung der ersten B787 Dreamliner an den Erstkunden All Nippon Airways (ANA) verzögert sich wahrscheinlich um 18 Monate auf Ende 2009. Damit treten die Größenordnungen bei den Verspätungen auf, die seit langem in Luftfahrtkreisen spekuliert werden (Blogartikel Sept. 07).
Beim Dreamliner, der Boeing B787 scheint es wohl laut dem Wall Street Journal zu weiteren Verzögerungen zu kommen. Ein zentrales Bauteil, die wing box muss überarbeitet werden. Ein solcher Prozess ist zwar bei der Entwicklung eines neuen Verkehrsflugzeuges nichts ungewöhnliches, kann jedoch unter Umständen zu einem Verzug des Zeitplanes führen. Bereits im letzten Jahr wurde über weitere Verzögerungen beim Boeing B787 - Programm spekuliert
Die Wing box ist ein zentrales Bauteil, dass sich zwischen den Flügel im Rumpf des Flugzeuges befindet. Über die Wing box werden die auftretenden Lasten (Eigengewicht aber hauptsächlich aerodynamische Kräfte) des Flügels möglichst gleichmäßig in den Rumpf übertragen.
Der erste Landeversuch einer Lufthansa A320 auf dem Flughafen Hamburg während des Sturmtiefs Emma ging gestern beinahe schief. Kurz vor dem Aufsetzen wurde das Flugzeug von der orkanartigen Böe erfasst, dabei berührte der linke Flügel den Boden. Nur durch ein blitzschnelles Durchstartemanöver konnte schlimmeres verhindert werden. Beim zweiten Landeversuch ging dann alles gut.
Auf dem Flughafen London-Heathrow, einem der größten Flughäfen der Welt, ist es zu einer Bruchlandung einer Boeing B-777 der British Airways gekommen. Bei dem Unfall wurden glücklicherweise nur einige Passagiere leicht verletzt. Die Unglücksursache kam ist zum jetzigen Zeitpunkt noch ungeklärt.
Aber die Boeing-Luftfahrtingenieure können stolz auf ihre Konstruktion sein. Das rechte Fahrwerk, man sieht es auf dem ersten Bild im Vordergrund liegen, ist an den (vorher berechneten) Sollbruchstellen gebrochen, ohne die Struktur zu beschädigen. Die eigentliche Struktur des Flugzeuges, die Zelle aus Luftfahrtaluminium, hat die enormen Kräfte des Aufschlages “gut” weggesteckt, blieb aber in der Form erhalten, wodurch die Passagiere im Inneren gut zu den Flugzeugtüren gelangen konnten. Die Flugzeugtüren selbst haben sich beim Aufschlag nicht verzogen und konnten wahrscheinlich wie im “Normalzustand” leicht geöffnet werden und so die schnelle Evakuierung ermöglichen.
Während die Spekulationen über die genaue Unglücksursache weiter anhalten, wurde die bruchgelandete Boeing B777 inzwischen geborgen.
Update III (Ende Mai 2008):
Nach knapp 4 Monaten ist jetzt ein erster Untersuchungsbericht zu Flug BA38 erschienen [Interessant sind auch die dortigen Leserkommentare zu dieser Thematik]. Die genaue Unglücksursache bleibt aber weiterhin unklar.
Diese Woche wurde die erste Landebahn für Verkehrsflugzeuge im ewigen Eis der Antarktis eingeweiht. Als “Erstflugzeug” landete ein Airbus A319 ACJ nach circa 4 Stunden Flugzeit aus Australien kommend. Nach vier Jahren Bauzeit (Kostenpunkt: 30 Millionen Euro) wurde die 4000m lange und 100m breite Piste fertig gestellt. Damit ist es möglich, dass normale Flugzeuge ohne spezielle Skier landen können. Im Zukunft sollen regelmäßiger “Lininenverkehr” aufgenommen werden, komerzielle Tickets werden jedoch nicht erhältlich sein.
Gestern ist es zu einem schweren Unfall bei einem Triebwerkstest auf dem Flughafen Toulouse-Blagnac (Heimatflughafen des Flugzeugherstellers Airbus) gekommen. Ein Airbus A340-600, für die Fluggesellschaft Etihad Airways bestimmt, löste sich bei einem abschließenden Triebwerkstest und prallte auf eine Lärmschutzmauer. Bei dem Unglück gab es mehrere Schwerverletzte. Warum sich das Flugzeug löste ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Das Flugzeug selbst ist wohl ein Totalschaden.
Solche (Prüfstand-)Tests, bei denen die Triebwerke teilweise unter Maximalleistung laufen, werden gemacht um die verschiedenen Systeme noch einmal zu testen und dabei letzte Parameterwerte zu überprüfen.
Am 15. Oktober wurde der erste A380 an den Erstkunden Singapore Airlines [SIA] übergeben. Bei der Auslieferungszeremonie wurde das Flugzeug mit einem Schlepper an das Auslieferungsterminal von Airbus (in Toulouse) gezogen. Danach erfolgte eine Erstbegehung durch die Vorstandsvorsitzenden und die Medien. Damit wird zum ersten Mal die bisher streng geheime Inneneinrichtung des Superjumbos gezeigt, die durchaus einen großen Wettbewerbsvorteil von SIA gegenüber anderen Fluggesellschaften um die Gunst der Passagiere ausmachen kann.
Aber es gibt keine Bars, Bibliotheken oder Fitnessräume. Im Interview erklärt der CEO von SIA, dass sich in Markstudien ergeben hat, dass die Passagiere nicht bereit sind, für so etwas zu bezahlen sondern nur für mehr eigenen Platz und Comfort mehr Geld ausgeben wollen.
Aber der Airbus A380 hat noch nicht das “sichere” Fahrwasser erreicht, denn die bisherigen Flugzeuge werden noch von Hand zusammengebaut. Erst ab dem 26. Flugzeug soll das Flugzeug “seriengefertigt” werden. 2008 sollen 13 Flugzeuge ausgeliefert werden, in den folgenden Jahren soll die Produktion weiter erhöht werden; zum Vergleich: Boeing plant später ungefähr alle drei Tage eine B787 auszuliefern.
Der ausgelieferte Singapore Airlines - A380 soll in 2 Wochen, am 28.Oktober 2007 in den kommerziellen Liniendienst gehen (Blogartikel) und dabei eine Boeing B747-400 auf der Route Singapore - Sydney und zurück ersetzen.
Bereits seit einigen Monaten wird in Luftfahrtkreisen darüber diskutiert wie Boeing die Zulassung für die 787 innerhalb so kurzer Zeit (nur 5-6 Monate) erreichen will. Es wurde daher schon seit längerer Zeit von Programmverzögerungen ausgegangen. Gestern bestätigte Boeing einen 6-monatigen Verzug für den Dreamliner offiziell.
Damit treten zwar Verspätungen auf jedoch bleibt Boeing weiterhin Marktführer in diesem Marktsegment, denn das konkurrierende Flugzeug von Airbus, der A350XWB kommt wahrscheinlich erst 2013. Airbus wird dann wahrscheinlich mit ähnlichen Problemen konfrontiert sein, die Boeing zurzeit Schwierigkeiten machen:
- Kohlefaserverbundwerkstoffe, aus denen der komplette Rumpf besteht, haben die hier unangenehme Eigenschaft (wie bei Beton): Einmal in Form, lässt sich diese schwer und/oder nur kaum ändern. Gibt es Probleme bei der präzisen Herstellung summieren sich kleinste Abweichungen bei einem Rumpf von fast 60 Metern Länge und fast 6 Metern Durchmesser zu Abweichungen im Zentimeter-Bereich auf. Anders als bei Aluminium kann man diese Abweichungen nicht “einfach so zurechtklopfen”.
- Das Flugzeug wird mit Spezialnieten zusammengehalten. Diese Nieten werden wahrscheinlich nur beim Dreamliner verwendet, es gibt also nur sehr wenige, vielleicht nur einen Hersteller. Falls dieser Hersteller auch noch einen Produktionsengpass hat, wird daraus ein “Flaschenhals” für das ganze B787 - Projekt.
Aber vielleicht gelingt es ja noch rechtzeitig alle Probleme in den Griff zu bekommen und Anfang 2008 hebt der Dreamliner zu seinem Erstflug ab und Ende 2008 wird eine B787 bereits ausgeliefert.