Dec 19 2007
Winter in der Luftfahrt
In den Anfängen kam die Luftfahrt durch schlechte Witterung meist komplett zum Erliegen. Heute starten die meisten Verkehrsflugzeuge trotz Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und Schneefall relativ zuverlässig und pünktlich im Vergleich zu früher. Verschneite Rollwege oder Start- und Landebahnen bekommt man heute mit Hilfe von großen Räumfahrzeugflotten sehr gut in den Griff. Auf einem großen Verkehrsflughafen (z.B. München) können innerhalb von 2 Stunden alle wichtigen Wege von Schnee und Eis befreit werden.
Viel gefährlicher als der Schneefall ist die Eisbildung an den Flugzeugen, die schon zu einigen schweren Unfällen und Abstürzen geführt hat. Das gefrorene Eis an den Tragflächen wirkt sich nicht nur sehr negativ auf die Aerodynamik aus sondern ist vor allem sehr schwer. Die meisten Flugtriebwerken besitzen keine Reserven um dieses zusätzliche Gewicht durch Schub auszugleichen.
Die Flugzeuge werden dabei zuerst von Schnee und Eis befreit (engl. de-icing). Darauf folgt der Schutz der Flugzeugstruktur vor Neuvereisung (engl. anti-icing).
Als Enteisungsmittel wird dabei ein biologisch abbaubares Flüssigkeitsgemisch verwendet, dass hauptsächlich aus Wasser und Glykol (Alkohol) besteht. Nach dem Auftragen des Enteisungmittels hat das Flugzeug ein vorgeschriebenes Zeitfenster, in dem der Start erfolgen muss und dabei der Schutz noch wirksam ist (engl. holdover time). In der Luft kann sich das Flugzeug durch bordeigene Enteisungssysteme vor der Eisbildung an den kritischen Stellen (z.B. Flügelvorderkanten) schützen.
de-icing:
anti-icing:
Siehe auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Flugzeugenteisung
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