Raketenbeschuss auf Frachtflugzeug über Bagdad

Am 22. November 2003, während des Irakkrieges, hebt das nicht voll beladene DHL-Frachtflugzeug vom Typ Airbus A300-B4-203(F) vom Bagdad International Airport zu einem Frachtflug ab. Kurz nach dem Start (Aufgrund der unklaren Verhältnisse [z. B. Boden-Luft-Raketen] am Boden war das Ziel so schnell wie möglich an Höhe zu gewinnen) wird das Flugzeug in 2500m (8000 ft) Höhe von einer schultergestützen Boden–Luft-Rakete an der linken Tragfläche getroffen und schwer beschädigt.


Beim Einschlag der Rakete wird auch einer der Tanks, die sich im Flügel befinden, stark beschädigt und das austretende Kerosin entzündet sich.

Deutlich kritischer ist der Schaden an der stark beschädigten Hydraulik. In Folge fällt die komplette Hydraulik, auch alle redundanten Hydrauliksysteme, aus. Somit sind alle Klappen, Spoiler etc. funktionsunfähig wodurch das Flugzeug eigentlich nicht mehr steuerbar ist. Dieser Umstand wird nicht einmal bei der Zulassung zum Verkehrsflugzeugführer geübt, da man davon ausgeht, dass zu keinem Zeitpunkt während des Fluges alle drei (redundanten) Hydrauliksysteme gleichzeitig ausfallen.
Einzig mit Hilfe des noch steuerbaren Schubs der beiden Triebwerke gelingt es jedoch der Crew (3 Besatzungsmitglieder) mehrere Kreise über Bagdad zu drehen und dabei das „neue“ Flugverhalten auszutesten und das Frachtflugzeug somit zu steuern. Nach 16 Minuten wird ein erster Landeversuch unternommen, der jedoch abgebrochen wird.

Nach 25 Minuten setzen die Piloten zu einem erneuten Landeversuch an. Da die Hydraulik ausfallen ist, lässt sich das Fahrwerk nicht direkt ausfahren. Aus diesem Grund muss das Fahrwerk manuell, also per Hand, ausgefahren werden. Im Cockpit gibt es dafür eine Kurbel, mit der die Fahrwerksverkleidung geöffnet werden kann und das Fahrwerk entriegelt wird und dann durch sein Eigengewicht aus dem Fahrwerksschacht „fällt“. Dies gelingt auch erfolgreich und das Flugzeug setzt relativ genau auf der Landebahn auf, gerät jedoch nach links ins „Kiesbett“ in den Wüstensand.
Der Wüstensand bremst das Flugzeug jedoch stark ab und nach ungefähr 600m kommt es zum stehen. Die Crew trägt dabei nur leichte Verletzungen davon.

Mit dieser (den Umständen entsprechend) wirklich perfekten Landung hat die Crew eine fliegerische Meisterleistung hingelegt.

Stark beschädigte linke Tragfläche:

Das Flugzeug wurde wieder flugfähig gemacht und stand für einige Zeit zum Verkauf. Der jetzige Verbleib ist jedoch nicht bekannt.

Siehe auch:
http://www.jetphotos.net/showphotos.php?regsearch=OO-DLL

Downloadbare Präsentation:
http://www.avweb.com/newspics/dhldown.pps

veröffentlicht am 03 Nov 2007 in den Kategorien: Airbus, Frachtflugzeuge, Luftfahrt, Luftfahrttechnik, Luftfahrtvideo, Unfälle

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