Boeing bestätigt Programmverzögerungen bei der B787

Bereits seit einigen Monaten wird in Luftfahrtkreisen darüber diskutiert wie Boeing die Zulassung für die 787 innerhalb so kurzer Zeit (nur 5-6 Monate) erreichen will. Es wurde daher schon seit längerer Zeit von Programmverzögerungen ausgegangen. Gestern bestätigte Boeing einen 6-monatigen Verzug für den Dreamliner offiziell.

Damit treten zwar Verspätungen auf jedoch bleibt Boeing weiterhin Marktführer in diesem Marktsegment, denn das konkurrierende Flugzeug von Airbus, der A350XWB kommt wahrscheinlich erst 2013. Airbus wird dann wahrscheinlich mit ähnlichen Problemen konfrontiert sein, die Boeing zurzeit Schwierigkeiten machen:

- Kohlefaserverbundwerkstoffe, aus denen der komplette Rumpf besteht, haben die hier unangenehme Eigenschaft (wie bei Beton): Einmal in Form, lässt sich diese schwer und/oder nur kaum ändern. Gibt es Probleme bei der präzisen Herstellung summieren sich kleinste Abweichungen bei einem Rumpf von fast 60 Metern Länge und fast 6 Metern Durchmesser zu Abweichungen im Zentimeter-Bereich auf. Anders als bei Aluminium kann man diese Abweichungen nicht “einfach so zurechtklopfen”.

- Das Flugzeug wird mit Spezialnieten zusammengehalten. Diese Nieten werden wahrscheinlich nur beim Dreamliner verwendet, es gibt also nur sehr wenige, vielleicht nur einen Hersteller. Falls dieser Hersteller auch noch einen Produktionsengpass hat, wird daraus ein “Flaschenhals” für das ganze B787 - Projekt.

Aber vielleicht gelingt es ja noch rechtzeitig alle Probleme in den Griff zu bekommen und Anfang 2008 hebt der Dreamliner zu seinem Erstflug ab und Ende 2008 wird eine B787 bereits ausgeliefert.
 
Siehe auch:

- http://boeing.com/news/releases/2007/q4/071010d_nr.html

 

veröffentlicht am 11 Oct 2007 in den Kategorien: B787, Boeing, Dreamliner, Luftfahrt, Luftfahrtnachrichten, Luftfahrttechnik

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